Die Herausforderung der Raumakustik in Sporthallen
Sporthallen, ob Turnhallen für Schulen, Vereinsstätten oder Mehrzweck-Sportanlagen, zeichnen sich durch ein einzigartiges Raumprofil aus: grosse Volumen, harte, reflektierende Oberflächen und meist spärliche Möblierung. Diese Faktoren führen zu einer akustischen Herausforderung: lange Nachhallzeiten, störende Flatterechos und hohe Schallpegel belasten die Nutzer und können langfristig gesundheitliche Folgen haben.
Sport treiben, Rufe, Ballprellen oder Musik erzeugen Schalldruckpegel zwischen 80 und 90 dB – vergleichbar mit einer lauten Verkehrssituation. Durch den Lombard-Effekt, bei dem Menschen ihre Stimme automatisch erhöhen, wenn die Umgebung laut ist, steigen die Pegel noch weiter. Ohne gezielte Massnahmen entsteht ein lautes, unangenehmes Umfeld.
Die wichtigste Grösse in der Raumakustik ist die Nachhallzeit (T). Sie beschreibt die Zeit, die ein Geräusch benötigt, um nach Abschalten der Schallquelle um 60 dB zu sinken. Eine präzise Kontrolle der Nachhallzeit ist essenziell, um ein angenehmes akustisches Umfeld zu schaffen.
Die Berechnung erfolgt häufig nach der Sabineschen Formel:
T = 0.163 x V/A
V = Raumvolumen in Kubikmetern
A = Summe der wirksamen Absorptionsflächen in Quadratmetern, unter Berücksichtigung des Absorptionsgrads des Materials
Wichtig: Die Formel liefert nur exakte Werte bei einem diffusen Schallfeld – also bei gleichmässiger Verteilung der absorbierenden Flächen. Unregelmässige Anordnungen können die tatsächliche Nachhallzeit erheblich verändern.